3.2.2026
Permanent statt Einweg: das Permanent Display
Permanent statt Einweg: Wie ein neues Display-Konzept Transporte und Materialverbrauch drastisch senkt
Wenn Drogeriemärkte Aktionsware inszenieren, ist der Aufwand hinter den Kulissen beträchtlich. Fertig bestückte Karton-Displays werden vorkonfektioniert, auf Paletten verladen und als sperrige Einheiten in die Filiale transportiert. Nach Ablauf der Aktion landen sie dann im Altpapier – inklusive Sockel, Dekoration und Umverpackung. Für Markenhersteller und Handel bedeutet das: hoher Materialeinsatz, viele LKW-Fahrten, großer Lagerbedarf – und ein entsprechend hoher ökologischer Fußabdruck für jede einzelne Promotion.
Gemeinsam mit Partnern hat Procter & Gamble diesen Standardprozess grundlegend in Frage gestellt. Das Ergebnis ist ein innovatives, nachhaltiges, modulares und wiederverwendbares Permanent-Display, das neue Maßstäbe in der Transportlogistik und Ressourcenschonung setzt – und dafür von der GS1 mit dem ECR Award für Sustainable Excellence in 2024 ausgezeichnet wurde.

Der Bruch mit der Einweg-Logik
Im klassischen Aktionsgeschäft werden Displays komplett vormontiert: Sockel, Aufbauten, Dekoelemente und Produkte werden zu einer festen Einheit kombiniert und so an den Handel ausgeliefert. Für stark beworbene Aktionen können so schnell über 500 Paletten zusammenkommen – das entspricht mehr als 16 LKW-Fahrten für eine einzige Promotion. Das neue Permanent-Display kehrt dieses Prinzip um. Der robuste Grundaufbau verbleibt dauerhaft in der Filiale. Für jede neue Aktion werden lediglich vorkonfektionierte Produktlagen angeliefert, die sich schnell und einfach einsetzen lassen. Der Handel muss das Display nicht mehr von Grund auf zusammenbauenbauen, sondern tauscht lediglich die „Füllung“.
Der Kern des Konzepts liegt in der Standardisierung: Die einzelnen Lagen sind so designt und standardisiert, dass sie die Palettenfläche optimal ausnutzen. Das reduziert Leerraum, verbessert die Transportauslastung und schafft zugleich ein hohes Maß an Flexibilität in der Bestückung – von unterschiedlichen Marken bis hin zu wechselnden Packungsgrößen.
Weniger LKW, weniger Material – mehr Klimaschutz
Die Effekte auf die Logistik sind messbar. Durch den Wegfall der sperrigen Komplett-Displays und die bessere Palettenauslastung kann der Transportbedarf im Vergleich zu herkömmlichen Karton-Lösungen erheblich gesenkt werden. Nach aktuellen Projektzahlen lassen sich:
- bis zu 75 % der Transporte einsparen
- der Materialverbrauch um rund 40 % reduzieren
In der Praxis heißt das: Der Bedarf an LKWs und Lagerfläche lässt sich im Regelbetrieb etwa halbieren – sowohl für die Industrie als auch für den Handel. Weniger Fahrten bedeuten weniger CO₂-Emissionen, weniger Verpackungsmaterial führt zu weniger Abfall und niedrigeren Entsorgungskosten. So wird aus einem ursprünglich rein operativen Thema – der Zweitplatzierung am POS – ein relevanter Hebel für Klimaschutz und Ressourceneffizienz.
Modular, flexibel, standardisiert
Das Herzstück des Permanent-Displays ist sein modularer Aufbau. Die standardisierten Lagen sind so konstruiert, dass sie verschiedene Sortimente und Marken aufnehmen können, ohne das Grundsystem zu verändern. Für Handels- und Industriepartner entsteht damit ein Baukasten, der zwei Anforderungen gleichzeitig erfüllt:
- hohe Planbarkeit in der Supply Chain durch einheitliche Maße
- hohe Flexibilität in der Vermarktung durch variable Konfektionierungen
Für die Supply-Chain-Expertinnen und -Experten bei P&G ist genau das der entscheidende Fortschritt. Aktionsgeschäft, das sonst als logistische Sonderlösung galt, wird so in einen skalierbaren, standardisierten Prozess überführt – mit klaren Einsparpotenzialen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Signalwirkung für den Point of Sale
Mit der Auszeichnung durch die GS1 im Rahmen des ECR Awards für Sustainable Excellence erhielt das Projekt offizielle Anerkennung aus der Branchen-Community. Gleichzeitig sendet das Permanent-Display ein Signal weit über das Drogeriesegment hinaus: Wer die Klimabilanz von Konsumgütern verbessern will, muss nicht nur auf die Produkte selbst schauen, sondern auch auf die dahinterliegende Logistik und die Materialien am Point of Sale.
Das Konzept zeigt, wie sich ökologische Ziele und wirtschaftliche Rationalität verbinden lassen: weniger Transporte, weniger Material, weniger Komplexität – bei gleichbleibender oder sogar verbesserter Sichtbarkeit im Markt. Für P&G und seine Partner ist das Permanent-Display damit nicht nur ein prämiertes Projekt, sondern ein konkretes Beispiel dafür, wie gelebte Kooperation und durchdachtes Design die Lieferkette messbar nachhaltiger machen können.



